Herr Bernd Meyer

Bremer mit Fotokamera

Mudder Cordes, ein Bremer Original

Mudder Cordes (1815-1905)

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Metta Cordes (geborene Behrens) geboren am 21.12.1815 in Bremen, verstorben am 16.12.1905 in Delmenhorst. Aus einer einfachen Kleinbauerfamilie in Oberneuland stammend, lernte Metta Cordes früh die harte Seite des Lebens kennen. Als Kind half sie, neben ihren Besuchen in der Dorfschule, in der elterlichen Landwirtschaft. Nach der Schulzeit ging sie, wie üblich für die Zeit, in die Stadt “in Stellung”.
Dort lernte sie den Zigarrenmacher Karl Cordes kennen und lieben. Mit 27 Jahren dann die Heirat, welche 5 Kinder mit sich brachte. Doch dann, nach 18 Jahren glücklicher Ehe, verstarb Karl Cordes, so das sich Metta mit ihren fünf Kindern, jedoch ohne lebensnotwendiges Einkommen ihres Mannes, in einer existenzbedrohlichen Situation wiederfand. Sozialversicherungen gab es zu der Zeit noch nicht, also entschloss sich Metta 4 ihrer 5 Kinder notgedrungen in einem Waisenhaus abzugeben. Nur den jüngsten Sohn, der erst 2 Jahre war, behielt sie bei sich, und versuchte sich mit ihm gemeinsam durch zu schlagen. Sie eröffnete einen mobilen Gemüsehandel. Zu Beginn zog sie ihren Gemüsewagen selbst durch die Stadt. Als sie dafür zu alt wurde, bekam sie von einem Unbekannten einen Hund namens “Sultan” geschenkt, welcher fortan den Karren zog. Da es bisher keinen von einem Hund gezogenen Karren in Bremen gab, erregte das Gespann große Aufmerksamkeit. Besonders die Kinder waren begeistert von Mudder Cordes und Sultan, aber auch die Schlachter fanden offenbar Gefallen an dem Anblick und versorgten den Hund kostenlos. Von da an  florierte auch ihr Gemüsehandel. Nach 6 Jahren treuer Dienste starb Sultan, und die mittlerweile 51-jährige musste ihren Karren wohl wieder selber ziehen. Doch wieder half ihr der Zufall, bzw. diesmal der Küper Anton Spohler. Dessen Idee bescherte ihr nämlich den (nach ihm benannten) Esel “Anton”.

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Eine “Totenlade” (eine Art Sterbeversicherung) musste wegen schlechtem Wetter ihren Pfingstausflug absagen, und Anton schlug vor von dem Ausflugsgeld einen Esel zu kaufen um ihn Mudder Cordes zu schenken. Gesagt, getan, und Mudder Cordes war die nächsten 30 Jahre mit ihrem von Esel “Anton” gezogenem Fuhrwerk in Bremen unterwegs. Mit 80 Jahren beendete Metta Cordes dann ihr Gewerbe und zog zu ihrer Tochter nach Delmenhorst, wo sie 90-jährig verstarb.
Esel “Anton” ließ sie bereits vorher einschläfern, da sie ihm keine Arbeit mehr in fremden Diensten zumuten wollte.
Nach manchen Quellen hatte Mudder Cordes sogar sechs Kinder, von denen eines jedoch noch vor ihrem Ehemann verstorben sein soll. Falls jemand genaueres weiss, hinterlasst doch bitte einen Kommentar. Danke.
Christa Baumgärtel schuf ein bronzenes Denkmal von Mudder Cordes, welches im Oktober 1987 in der Knochenhauerstrasse aufgestellt wurde. Es zeigt Mudder Cordes mit Esel Anton und einem angedeuteten Fuhrwerk.
Auf diesen Fotos vom 7.Februar 2014 ist sie mit Werder-Tuch um den Hals zu sehen. So gehört sich das für ein Bremer Original.

Fotos © Bernd Meyer

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